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Zinsfalle: Baudarlehen als Zeitbombe

 

21. Januar 2015 – Die deutsche Immobilienwirtschaft boomt und viele Menschen erfüllen sich ihren Traum von den eigenen vier Wänden. Ein wesentlicher Grund für den zunehmenden Immobilienerwerb ist sicherlich, dass es für das Ersparte bei der Bank kaum noch Zinsen gibt.

Heute in „Betongold“ zu investieren, scheint daher ein richtiger Weg zu sein. Zumal sich die Hypothekenzinsen nach wie vor auf einem historisch niedrigen Niveau bewegen. Doch diese Entwicklung birgt nach Ansicht des Verband Wohneigentum Nordrhein-Westfalen e.V. durchaus auch Gefahren.

Laufzeit von 15 Jahren reicht häufig nicht aus

Nie war es preiswerter als heute, ein Haus zu bauen oder eine gebrauchte Immobilie zu kaufen. Bei langen Laufzeiten von bis zu 15 Jahren und den aktuell niedrigen Zinsen glauben viele, auf der sicheren Seite zu sein. Natürlich trägt dieser Umstand auch dazu bei, dass manche eine viel zu große und damit zu teure Immobilie erwerben. Die derzeit guten Rahmenbedingungen machen scheinbar alles möglich.

Doch kaum eine Immobilie ist schon nach 15 Jahren abbezahlt. Laufzeiten von 35 Jahren und mehr sind keine Seltenheit. Der Zinssatz für Hypothekenzinsen bewegt sich im langjährigen Mittel bei 6 bis 7 Prozent. Auch wenn es einem Blick in die Glaskugel gleichkommt, so ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass die Zinsen in den kommenden Jahren wieder ansteigen.

Kosten kritisch planen

Experten befürchten deshalb für Deutschland schon heute eine Immobilienblase, wenn die Zinsen beispielsweise mittelfristig nur um rund 2 Prozent steigen. Viele Haushalte könnten dann die monatliche Belastung nicht mehr tragen. Wegen der günstigen Zinsentwicklung ist die Zahl der Zwangsversteigerungen in den vergangenen Jahren bundesweit glücklicherweise kontinuierlich gesunken. Kamen 2006 noch rund 55.000 Immobilien sprichwörtlich „unter den Hammer“, so sind es 2014 nur geschätzte 31.000. Doch es wird spekuliert, dass diese Zahl in den kommenden Jahren wieder steigen könnte.

„Ein Problem ist, dass viele Haushalte die Kosten für ihr neues Eigenheim einfach viel zu knapp kalkulieren. Galten vor einigen Jahren noch 30 Prozent Eigenkapital als solide Basis, um eine Immobilie zu finanzieren, reichen heute bereits 10 Prozent und weniger eigene Mittel aus. Manche Immobilien sind aufgrund der niedrigen Zinsen sogar voll finanziert“, weiß Hans-Michael Schiller, der 1. Vorsitzende des Verband Wohneigentum NRW e. V.

15 Prozent Mehrkosten

Wenn jedoch, wie derzeit üblich, mehr finanziert wird als gut ist, könnte dies nach Auffassung des Dortmunder Experten aus mehreren Gründen bald schon fatale Folgen haben. Kaum einer, der heute baut, kommt mit den vorher angegebenen Kosten aus. 15 Prozent Mehrkosten bei einem Neubau sind keine Seltenheit. Doch dies planen nur die wenigsten mit ein. Ein anderer Punkt sind erste umfangreiche Reparaturarbeiten, die oft schon nach ein paar Jahren anfallen können. Auch diesen Aspekt müssen Immobilienkäufer berücksichtigen und an die rechtzeitige Rücklagenbildung denken.

Immobilie muss zum Geldbeutel passen

„So verlockend die derzeit niedrigen Zinsen sind, es sollte jeder Immobilienerwerb gut überlegt sein. Die Frage, ob das neue Eigenheim wirklich zum Geldbeutel passt, muss ehrlich beantwortet werden. Unsere langjährige Erfahrung zeigt, dass eine konservative Planung und ausreichend Eigenkapital immer noch die beste Voraussetzung sind, um nicht in die Zinsfalle zu rutschen. Viel besser ist es doch, in Niedrigzinsphasen die Tilgungsrate zu erhöhen, um schneller schuldenfrei zu sein“, so Hans-Michael Schiller abschließend.

Gerne gibt der Verband Wohneigentum NRW e. V. weitere wertvolle Tipps zu allen Themen rund um das Wohnen. Eine E-Mail an info@verband-wohneigentum.info genügt.


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