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Die Herkulesstaude – schön, aber gefährlich

Herkulesstaude
Die Herkulesstaude ist in NRW bereits weit verbreitet.

Grafische Darstellung des Wurzelstocks. Die gestrichelte Linie zeigt, an welcher Stelle der Vegetationskegel von der Pflanze getrennt werden sollte.

20. Juni 2017 – Entlang der Autobahnen, an Uferböschungen oder auf Brachflächen breitet sie sich hierzulande seit einigen Jahren stark aus: die Herkulesstaude, auch Riesenbärenklau genannt.

„Die bis zu vier Meter hohen Pflanzen sind besonders imposant. Kommt man mit den Stauden oder genauer gesagt mit dem Pflanzensaft in Berührung, kann dies äußerst schmerzhaft sein. Die betroffene Haut zeigt meist nach einigen Stunden verbrennungsähnliche Schäden, teilweise mit Blasenbildung. Keinesfalls dürfen die betroffenen Hautstellen der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden“, berichtet Philippe Dahlmann, Gartenberater beim Verband Wohneigentum NRW e.V.

Ausbreitung der Pflanze

Mitte des 19. Jahrhunderts kam die Pflanze aus dem Kaukasus zu uns nach Europa. Aufgrund ihrer Größe und des attraktiven Blütenstandes fand sie zur damaligen Zeit in vielen Gärten als Zierpflanze Verwendung. Auch Imker bauten den Riesenbärenklau als Bienennährpflanze an. Die Giftigkeit ihres Pflanzensaftes wurde erst Mitte des letzten Jahrhunderts ernsthaft wahrgenommen.

Bis zu 50.000 Samen kann eine ausgewachsene Pflanze bilden. Die heute so rasante Ausbreitung erfolgt oft über wilde Komposthaufen, direkte Aussaaten oder durch den Transport der Samen über Bach- und Flussläufe. Natürlich trägt auch der Fahrtwind an Straßen und Bahntrassen zur großflächigen Verbreitung bei.

Wirksame Bekämpfung

Da die Pflanze in unseren Breiten keine natürlichen Feinde besitzt, verdrängt sie zunehmend die heimische Flora und Fauna. Nicht selten werden so ganze Ökosysteme zerstört. Doch zum Glück gibt es Möglichkeiten, die Ausbreitung der Pflanzen zu verhindern, wie Philippe Dahlmann weiß: „Mit ein wenig Vorsicht, lässt sich dies sogar ganz ohne den Einsatz von Herbiziden erreichen.“ Der Experte kennt mehrere Varianten. Zum einen lassen sich die Blütenstände entfernen. Allerdings muss diese Maßnahme zwei bis drei Wochen lang kontrolliert werden, denn die Pflanzen setzen oft „Notblüten“ an. Kommt eine Herkulesstaude nicht zur Blüte, setzt sie natürlich im Folgejahr erneut Blüten an.

Eine weitere Möglichkeit ist die Entfernung der Samenstände nach dem Verblühen. Allerdings dürfen die Samenstände nicht ausgereift sein, denn sonst fallen sie aus und verbreiten sich. Samenstände gibt man am besten in den Hausmüll.

Effektivste Bekämpfung: Ausstechen!

Am effektivsten ist jedoch das Aus- bzw. Abstechen der Pflanze. Im obersten Bereich bildet die Pflanze einen sogenannten Vegetationskegel, aus dem die Blätter und der Blütenstand austreiben. Der Rest ist reines Speichergewebe. Wird dieser Kegel in einer Tiefe von ca. 15 bis 20 cm von der Wurzel getrennt, verrottet der restliche Wurzelbereich. Übrigens ist die Zeit von Mitte bis Ende Juli ideal, um die Samenstände zu entfernen. Immer sollte darauf geachtet werden, den direkten Kontakt mit der Pflanze zu vermeiden!

Weitere Informationen zur Herkulesstaude finden Sie unter www.gartenberatung.de/stauden/Herkulesstaude

Gerne gibt der Verband Wohneigentum NRW e.V. Auskunft zu allen Themen rund um Haus und Garten. Eine E-Mail an info@wohneigentum.nrw genügt.


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